… und meine WG

Wer sitzt noch an, neben oder unter meinem Schreibtisch – vor allem bei Gewitter?

Da wäre zunächst mein lieber Freund Karan Merivinder Lalwani. Böse Menschen verkürzen seinen Namen gern mal zu KaMeL, aber seine Freunde dürfen ihn Kalle nennen. Er arbeitet seit vielen Jahren als Journalist für „Global Camel News“ (GCN), ein in seinen Kreisen viel gelesenes Klatschmagazin. Im November 2014 begleitete er mich auf meiner zweiten Reise nach Indien. Eigentlich wollte ich ihn nicht mitnehmen, aber er nervte mich so lange, bis ich nachgab. Er hat ein besseres Gedächtnis als ich und kann besser mit dem Diktiergerät umgehen. Daher dachte ich, er könnte mir hilfreich zur Seite stehen. Letztendlich zog er es dann aber vor, faul am Pool herumzuliegen und die Minibar leer zu saufen. Sein persönliches Markenzeichen ist die Fliege. Er trägt sie sogar zum Schlafen. Na ja, jeder hat so seine Macken.

Der zweite Mitbewohner ist Shadow, Australian Shepherd von Beruf, mittlerweile dreizehn Jahre alt und der Chef des Rudels. Zumindest bildet er sich das ein. Die meiste Zeit benimmt er sich wie ein bockiger Teenager, mit dem man jede Kleinigkeit ausdiskutieren muss. Das läuft dann ungefähr so:

Frauchen: „Shadow? Hierher!“
Shadow: „Hast du was gesagt?“
Frauchen: „Ich sagte, du sollst herkommen!“
Shadow: „Ist grad schlecht. Muss hier erst fertigschnüffeln.“
Frauchen (in erhöhter Tonlage): „Shadow! Hierher!“
Shadow (unbeeindruckt): „Also wenn du mich so anplärrst, dann schon mal gar nicht.“
Frauchen (wird langsam hysterisch): „Shadow!!! Hierher, verdammt noch mal!“
Shadow (guckt immerhin hoch): „Haste Leckerchen? Dann können wir drüber reden.“

Aber wenn es gewittert oder zu Silvester die Knallerei losgeht, dann ist Frauchen wieder gut genug, um Pfötchen zu halten …

Und der Dritte im Bunde: Balou, Shadows Sohn und sieben Jahre alt. Er ist für sein Alter erstaunlich klug. Er weiß ganz genau, dass er den Kühlschrank nicht selbst aufmachen kann. Er weiß, dass er einen menschlichen Dosenöffner braucht, wenn er überleben will, und er hat verstanden, dass es besser ist, sich gut zu stellen mit diesem Dosenöffner.

Wir vier wünschen euch viel Spaß an Frauchens Schreibtisch!