Dienstag, 18. März 2014 – Über Roomboys, Bettelknaben, Einkaufen im Sitzen und fehlende „Chilischoten“

Wieder klingelt mein Handy um sechs, aber murren gilt nicht. Der Tag ist durchgeplant und ich habe keine Zeit zu verlieren.

Die Dusche und ihre heimtückischen Spielchen kenne ich nun und warte geduldig, bis sie erträglich warmes Wasser liefert. Auch wie man das Licht im Bad löscht, habe ich nun gelernt. Alles läuft wie am Schnürchen. Während meine Haare trocknen, kann ich mich in aller Ruhe meiner Lieblingsbeschäftigung widmen: Klamotten sortieren in die Kategorien „sauber“, „geht noch mal“ und „igitt“.  Weiterlesen

Montag, 17. März 2014 – Über Verwirrung beim Frühstück, ausgefallenes Holi und Vergesslichkeit

Mitten in der Nacht reißt mich ein Geräusch aus meinen süßen Träumen; ein Sägegeräusch, das mir nur allzu vertraut ist und weswegen ich vor einigen Jahren aus dem ehelichen Schlafzimmer ausgezogen bin. Es schnarcht! Und zwar direkt hinter meinem Rücken. Zu Tode erschrocken liege ich da, lausche in die Finsternis und überlege:

Nein, ich habe gestern keinen Alkohol getrunken. Ich weiß ganz genau, wie ich ins Bett gekommen bin, und ich bin hundertprozentig sicher, dass ich allein war. Was zum Teufel …? Todesmutig schalte ich die Nachttischlampe an und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Wie erwartet ist außer mir und meinem Schatten niemand im Zimmer. Dann fällt mein Blick auf die Verbindungstür zum Nachbarzimmer. Ah, nun ist die Sache klar! Ich atme erleichtert auf. Du lieber Himmel! Falls er/sie da drüben einen Bettgenossen hat, ist der/die aber auch nicht zu beneiden. Immerhin ist das Rätsel gelöst. Zufrieden drehe ich mich auf die Seite, ignoriere die Säge und schlafe wieder ein.  Weiterlesen

Sonntag, 16. März 2014 – Über die Ankunft in Mumbai und das ungewohnte Gefühl, plötzlich Königin zu sein

In Delhi habe ich mein Plan-Patenkind besucht, aber das ist eine Geschichte, die an anderer Stelle erzählt werden soll. Jetzt treibt mich meine Leidenschaft für Shah Rukh Khan nach Mumbai. Haltet mich für verrückt, aber der Mann hat mein Leben verändert – so kitschig es auch klingen mag – und deshalb muss ich dort hin. In Mumbai werde ich mich mit ein paar Freundinnen treffen, die auch dem Khan-Wahn verfallen sind.

Um 16:05 Uhr startet mein Flieger. Die Maschine der indischen Jet Airways kommt mir noch enger vor als die der Britisch Airways. Die Fläche, die dem Passagier hier zugestanden wird, verstößt meines Erachtens eindeutig gegen das Käfighühnerhaltungsgesetz, aber was soll’s. Für zwei Stunden werde ich das schon überstehen. Zu essen gibt es auch nichts. Wer Hunger hat, muss zahlen. Nur Wasser wird gratis serviert. Auch das stört mich nicht weiter. Nachher im Hotel gönne ich mir ein anständiges Dinner.  Weiterlesen